Einsatzkräfte erhalten Karten für Waldbrände
Für die Einsatzkräfte zählt bei einem Ernstfall jede Minute. Umso wichtiger ist es, sich auch in den Waldgebieten des Bezirkes gut auszukennen und aktuelles Kartenmaterial zur Verfügung zu haben.
Rechtzeitig vor der großen Hitzewelle erhalten die Feuerwehren im Bezirk analoge und digitale Einsatzkarten für die Waldbrandbekämpfung. Am Donnerstag fand in der Bezirkshauptmannschaft Waidhofen an der Thaya die offizielle Übergabe statt.
Im August 2025 initiierte die Bezirkshauptmannschaft Waidhofen an der Thaya einen umfassenden Waldfachplan zur strategischen und operativen Einsatzplanung bei Waldbränden. Von November 2025 bis März 2026 erhoben die Feuerwehrmitglieder in ihrem Einsatzbereich alle Waldwege und klassifizierten insgesamt 2.420 Kilometer Wege nach ihrer Befahrbarkeit.
Nun ist der erste Waldfachplan im Waldviertel fertig und konnte – rechtzeitig vor dem Höhepunkt der ersten Hitzewelle – an die Einsatzkräfte im Bezirk übergeben werden.
Wichtige Punkte des Projekts:
- Projektgebiet: Bezirk Waidhofen an der Thaya
- Fläche: 670 km², davon 196 km² Waldflächen
- Erhebungen: Wege, Umkehrplätze, Fahrhindernisse, Hubschrauberlandeplätze, Wasseraufnahmestellen, Lotsen- und Bereitstellungspunkte
- Mitarbeit der Feuerwehren: Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren haben dabei die Erhebungen nach einer Schulung durch einen Ziviltechniker im gesamten Bezirk durchgeführt.
- Nutzung der Karten: Die Karten sind sowohl auf Papier als auch digital verfügbar und können bei verschiedenen Einsätzen wie z.B. Personensuchen oder Waldbränden genutzt werden.
- Förderung: Die Projektkosten wurden zu 100 % gefördert und die Abwicklung erfolgt über die Förderschiene „Waldfonds“ des Landes NÖ. Als Förderwerber trat der Gemeindeverband für Abfallwirtschaft und Abgaben (GVA) im Bezirk Waidhofen an der Thaya auf. Die Projektleitung und Umsetzung erfolgte durch die „Forsttechnisches Büro Mayerhofer GmbH“ aus Katzelsdorf (Bezirk Wiener Neustadt).
Alle arbeiten mit der gleichen Karte
Ein großer Vorteil: Feuerwehr, Rotes Kreuz und Polizei verwenden das gleiche Kartenmaterial und können so im Einsatzfall noch besser zusammenarbeiten, denn im Einsatz muss es schnell gehen. „Dann zeigt sich sehr rasch, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist. Dann zählt nämlich jede Minute.“, erläutert Bezirksfeuerwehrkommandant Michael Litschauer und führt weiter aus, „Je besser wir den Einsatzraum kennen, je besser wir vorbereitet sind, desto sicherer können wir arbeiten und desto wirksamer können wir helfen“. Gleichzeitig bedankt sich Litschauer für die Erhebung der Daten bei den Feuerwehren: „Solche Unterlagen entstehen nicht von selbst. Dahinter steckt viel Arbeit, die unsere Feuerwehren ehrenamtlich geleistet haben“.
„Mit einem einstimmigen Beschluss fassten die Bürgermeister im Frühjahr 2025 den Entschluss, dieses wichtige Projekt zu unterstützen. Es ist ein weiteres Zeichen, dass Gemeindekooperation in unserem Bezirk schon viele Jahre gelebt wird“, erklärt GVA Obmann Manfred Wühl.
„Einsatzszenarien machen nicht an Gemeindegrenzen halt. Deshalb ist es wichtig, dass diese Pläne alle Gemeinden des Bezirkes einbinden“, bedankt sich die Waidhofner Bezirkshauptfrau, Mag. Manuela Herzog, bei den Feuerwehren und Gemeinden des Bezirkes, sowie dem GVA Waidhofen an der Thaya für die umfangreiche Zusammenarbeit. „Wir haben jetzt ein Werkzeug für Einsatzorganisationen zur Hand, das nicht nur bei Waldbränden, sondern auch bei Personensuchen hilfreich sein wird“, merkte Herzog bei der Übergabe an und ergänzte: „Ich hoffe, dass wir die Pläne dieses Wochenende nicht brauchen werden“.




