27.10.2021 – Waldbrand im Raxgebiet: Hilfe aus dem Bezirk unterwegs

© NÖ LFVAm 25. Oktober brach in der Gemeinde Hirschwang an der Rax (Bezirk Neunkirchen) ein Waldbrand aus. Anfangs waren rund 5 Hektar betroffen, inzwischen hat sich das Feuer auf 115 Hektar Waldfläche ausgebreitet. Am Mittwoch machten sich auch Einsatzkräfte aus dem Bezirk Waidhofen an der Thaya auf den Weg nach Hirschwang, um die Löscharbeiten zu unterstützen.

 

Am Mittwoch rückten vier Mitglieder (drei FF Dobersberg und ein Mitglied der FF Goschenreith) der Flugdienst-Basisgruppe Nord zum Waldbrand ins südliche Niederösterreich aus. Sie sind speziell für die Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen ausgebildet und unterstützen die Löscharbeiten vor Ort.

Ebenfalls für den Einsatz angefordert wurde der NÖ Versorgungsdienst. Dieser Sonderdienst übernimmt ab Mittwochabend die Verpflegung der eingesetzten Kräfte. Am Nachmittag machten sich vier Mitglieder der Feuerwehr Kautzen auf den Weg nach Tulln, um die Gerätschaften zu beladen. Anschließend geht es weiter ins Einsatzgebiet und am Abend wird bereits die Verpflegung für rund 150 Einsatzkräfte sichergestellt. Ab Donnerstag werden dann täglich Mahlzeiten für 500 Personen zubereitet.

UPDATE 30.10.2021 20:00 Uhr

Seit Mittwoch stehen mehrere Feuerwehrmitglieder aus dem Bezirk Waidhofen beim Waldbrand in Hirschwand im Einsatz. Neben Mitglieder der Flugdienstgruppe Nord aus den Feuerwehren Dobersberg und Goschenreith sowie Mitglieder aus dem NÖ Versorgungsdienst der Feuerwehr Kautzen, sind Mitglieder aus den Feuerwehren Waidhofen/Thaya und Matzles im Katastrophengebiet eingesetzt. Gerald Bartl von der Feuerwehr Brunn unterstützt im Landesführungsstab in Tulln bei der Koordinierung der Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesgebiet.

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Am Freitag unterstützten sieben Kameraden vom Sonderdienst Waldbrand der Feuerwehr Blumau die Löscharbeiten in Hirschwand. Nach einer Pause am Samstag stehen sie am Sonntag erneut im Einsatz.

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KHD Einsatz für 73 Mitglieder aus dem Bezirk Waidhofen

Am Samstag wurde ein Katastrophenhilfsdienst-Zug für den Waldbrandeinsatz in Hirschwand angefordert. Einen Tag lang werden die Löschmannschaften im unwegsamen Gelände den Kampf gegen die Flammen weiterführen. Franz Tesnohlidek von der Feuerwehr Niederedlitz führt als Zugskommandant, gemeinsam mit seinem Stellvertreter Klaus Bittermann von der Feuerwehr Kleinreichenbach, die Einheit. In der Nacht auf Sonntag machen sich die Feuerwehrkräfte auf den Weg nach Hirschwang im Bezirk Neunkirchen. Um 06:30 Uhr werden sie gemeinsam mit hunderten weiteren Einsatzkräften versuchen, den Waldbrand unter Kontrolle zu bringen.

© BFK Waidhofen an der Thaya / Stefan MayerKlaus Bittermann, Franz Tesnohlidek und Thomas Arthaber bereiten sich auf den Einsatz in Hirschwang vor

 

UPDATE 31.10.2021 20:00 Uhr:

Die KHD Einheiten aus dem Bezirk Waidhofen trafen sich um 03:15 Uhr in Göpfritz/Wild, um anschließend gemeinsam ins Katastrophengebiet nach Hirschwang zu fahren. Nach der Ankunft wurden die 73 Einsatzkräfte in die Lage eingewiesen und erhielten ihre Einsatzbefehle. Danach begaben sich die Feuerwehrleute ins Einsatzgebiet.

Durch den Löschwasserabwurf aus der Luft kommt es durch die Aufprallwucht des Wassers immer wieder vor, dass brennende Baumstämme, Äste oder Gestrüpp die steilen Hänge hinunterstürzten und dadurch wieder neue Brände entstehen konnten. Mit einer „Sperrlinie“ – diese liegt etwa 100 Meter vom Brandzentrum entfernt – wurden das herabstürzenden, brennende Holz abgelöscht. Diese Linie erstreckte sich auf eine Breite von rund 1 Kilometer. Das Löschwasser wurde von einem nahegelegenen Bach in ein Großtanklöschfahrzeug aus Wiener Neustadt gepumpt. Von diesem Fahrzeug führte eine Schlauleitung zu einem 3.000 Liter fassenden Faltbehälter im Gelände und von diesem wurden die einzelnen Löschleitungen der „Sperrlinie“ versorgt. Zusätzlich wurden die steilen Hänge mit Wasser benetzt, um ein erneutes Entzünden des Waldbodens zu verhindern. Rund 200.000 Liter Wasser kamen dabei zum Einsatz. Nach dem Einbruch der Dunkelheit wurden die Helfer aus dem Bezirk Waidhofen abgelöst. Gegen 17:30 Uhr traten sie die Heimreise an.

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Wie gefährlich der Einsatz in den vergangenen Tagen war, ist an diesen Bildern erkennbar. Der Wind drehte plötzlich und die Flammen breiteten sich rasant Richtung den Einsatzkräften aus. Sie konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, einen Teil der Ausrüstung mussten sie aber zurücklassen und verbrannte.

© FF Kleinreichenbach© FF Kleinreichenbach

 

Zusätzlich zu den Löschmannschaften in Hirschwang waren Thomas Arthaber (FF Dietmanns) und Gerald Bartl (FF Brunn) im Landesführungsstab in Tulln eingesetzt.

 

UPDATE 02.11.2021 10:30 Uhr

In der Nacht vom 30. Oktober auf den 1. November waren erneut Feuerwehrmitglieder aus dem Bezirk Waidhofen an der Thaya in Hirschwang. Peter Redl (FF Zemmendorf) und Bernhard Bäck (FF Alt-Waidhofen) standen im Rahmen des Feuerwehrmedizinischen Dienstes gemeinsam mit einem Arzt von der FF Vösendorf am „Feichtaberg“ auf 1.381 Meter Seehöhe für die medizinische Erstversorgung bereit. Mit einem Sanitätspinzgauer des NÖ Landesfeuerwehrverbandes fuhren sie vom Stützpunkt in Hirschwang rund eineinhalb Stunden auf schmalen Schotterwegen auf den „Feichtaberg“.

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Vorläufige Einsatzbilanz für den Bezirk Waidhofen:

Seit Beginn des Waldbrandes waren insgesamt 98 Mitglieder aus 37 Feuerwehren vom Bezirk Waidhofen an der Thaya in Hirschwang im Einsatz. Der NÖ Versorgungsdienst hat unter der Leitung von Harald Blei (FF Kautzen) von Mittwoch (27.10.2021) bis Sonntag (31.10.2021) rund 10.000 Verpflegungseinheiten zubereitet. Die eingesetzten Löschmannschaften wurden mit Frühstück, Vormittagsjause, Mittagessen, Nachmittagsjause und einem Mitternachtsessen rund um die Uhr versorgt.

Nach derzeitigem Stand (Dienstagvormittag) wird der Waldbrandeinsatz noch mindestens bis zum Wochenende andauern.

 

UPDATE 10.11.2021 – Abschließende Bilanz NÖ Versorgungsdienst und Flugdienst Basisgruppe Nord

Zehn Mitglieder aus den Feuerwehren Kautzen und Dobersberg waren mit dem NÖ Versorgungsdienst in Hirschwang eingesetzt. Sie versorgten die Hilfskräfte rund um die Uhr mit warem Speisen, Getränken und Obst. Insgesamt wurden vom 27. Oktober bis 5. November 13.549 Verpflegungseinheiten zubereitet. Dafür benötigte die Versorgungseinheit 2,6 Tonnen Wurst und Fleischwaren, 450 kg Gemüse, 19.700 Getränkeflaschen, 23.500 Semmeln, 400 kg Teigwaren/Reis/Kartoffeln, 4.000 Stück Äpfel und 840 kg Milchprodukte.

© NÖ LFVDie Versorungsgruppe aus Kautzen und Dobersberg mit Abschnittsfeuerwehrkommandant Franz Eggenhofer: Harald Blei, Harald Polsterer, Bernhard Bräuer, Franz Blei sen., Jürgen Blei, Herbert Schawel (FF Dobersberg), Gerhard Quehenberger, Sebastian Sagaster, Sebastian Pregesbauer und Marvin Blei

 

 

Ebenfalls aus dem Bezirk Waidhofen waren Mitglieder der Flugdienst-Basisgruppe Nord im Einsatz. Sie wurden am 26. Oktober angefordert und machten sich am 27. Oktober früh morgens auf den Weg nach Hirschwang. Mit dabei hatten die Flughelfer die bei der Feuerwehr Dobersberg stationierte Spezialausrüstung für den Flugdienst. An zehn Tagen waren in mehreren Schichten 14 Mitglieder vor Ort in Hirschwang und leisteten insgesamt 600 Stunden.

Die Aufgaben der Flughelfer waren den Einsatzbedingungen entsprechend sehr unterschiedlich, neben dem Einweisen von Luftfahrzeugen oder der Befüllung deren Löschwassertransportbehälter gehörte auch das verbringen der Einsatzkräfte per Rettungswinde oder ein Flug am Bergetau zur Tagesordnung. Weiters wurde immer ein Flughelfer je Waldbrandbekämpfungsgruppe als Bindeglied zum Piloten in das unwegsame Gelände entsandt. Hauptaufgabe der Basisgruppe Nord war an drei Einsatztagen die Organisation und Führung eines eigenen sogenannten Absprungplatzes mit vier Großhubschraubern. Auf diesem erfolgte unter anderem die Zusammenarbeit mit den beiden Deutschen CH-53 Hubschraubern, welche pro Flug 5.000l Löschwasser transportieren können. Zur Unterstützung der Flughelfer wurde ihnen täglich ein KHD Zug unterstellt, welcher sich um die Löschwasserversorgung kümmerte und bei der Befüllung der Transportbehälter unterstützte.

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Andreas Haidl (FF Dobersberg), Dominik Böhm (FF Alt-Waidhofen), Christoph Österreicher (FF Gastern), Reinhard Fuchs, Alexander Ringl (beide FF Dobersberg), Gerald Zmill (FF Waidhofen/Thaya), Andreas Meller, Peter Zach und Franz Eggenhofer (alle FF Dobersberg). Nicht am Bild: Thomas Gastinger, Hannes Kranner und Gerhard Kössner (alle FF Goschenreith) sowie Martin Wagner (FF Dobersberg)

 

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