30.12.2025 – Wer übernimmt das Kommando?
Im Jänner 2026 stehen bei allen Freiwilligen Feuerwehren Niederösterreichs wichtige Entscheidungen an:
Zwischen 1. und 31. Jänner werden Feuerwehrkommandant und 1. Stellvertreter neu gewählt.
Die Abläufe sind klar im NÖ Feuerwehrgesetz und in der Feuerwehrordnung geregelt.
Wer darf wählen – und wer darf kandidieren?
Stimmberechtigt sind alle aktiven Feuerwehrmitglieder, die Mitglieder der Reserve sowie die Mitglieder der Feuerwehrjugend ab dem vollendeten 15. Lebensjahr. Die Stimmabgabe erfolgt persönlich und geheim. Kandidieren dürfen alle aktiven Mitglieder, die mindestens drei Jahre Dienstzeit vorweisen, das 18. Lebensjahr erreicht haben und gegen die keine gesetzlichen Ausschließungsgründe vorliegen. Für die Übernahme der Funktion ist eine abgeschlossene Führungsausbildung erforderlich – bei Erstwahlen kann diese innerhalb von zwei Jahren nachgeholt werden.
Einberufung durch den Bürgermeister
Die Wahlversammlung wird vom Bürgermeister mindestens vier Wochen vor dem Termin schriftlich einberufen. Beschlussfähig ist die Versammlung, wenn mindestens die Hälfte der Wahlberechtigten anwesend ist. Wird dieser Wert zunächst nicht erreicht, tritt nach einer Wartezeit von 30 Minuten automatisch Beschlussfähigkeit ein.
So läuft der Wahltag ab
Die Wahl wird von einer dreiköpfigen Wahlleitung geführt, bestehend aus dem Bürgermeister als Vorsitzender und zwei nicht kandidierenden Feuerwehrmitgliedern. Gewählt wird getrennt nach Funktionen – zuerst der Kommandant, danach der Stellvertreter. Die Stimmabgabe erfolgt in Wahlzellen mittels Stimmzetteln und Wahlurne. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Kommt es zu einem Patt, entscheidet zunächst eine Stichwahl und gegebenenfalls schließlich das Los.
Angelobung und Funktionsdauer
Nach der Auszählung wird der gewählte Funktionsträger vom Wahlvorsitzenden gefragt, ob er die Wahl annimmt. Anschließend folgt die Angelobung durch den Bürgermeister und der neu gewählte Feuerwehrkommandant bzw. sein Stellvertreter übernehmen unmittelbar ihre Funktionen für die nächsten fünf Jahre. Als erste „Amtshandlung“ bestellt der Feuerwehrkommandant ein geeignetes Feuerwehrmitglied zum Leiter des Verwaltungsdienstes. Somit ist das neue Feuerwehrkommando komplett.
So wählen die Feuerwehren im Bezirk Waidhofen an der Thaya
Die ersten Wahlen im Bezirk gehen bereits wenige Tage nach dem Jahreswechsel über die Bühne. Wahlberechtigt sind (per 21.12.2025) exakt 4.645 Feuerwehrmitglieder in 112 Freiwilligen Feuerwehren.
Ab 2026 – voraussichtlich – nur mehr 110 Freiwillige Feuerwehren
Der demografische Wandel hinterlässt auch bei diesen Wahlen seine Spuren. Durch die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur in manchen Dörfern gelingt es leider nicht mehr, die notwendigen Führungskräfte zu finden.
Die Feuerwehr Liebnitz in der Gemeinde Raabs an der Thaya hat bereits im Oktober 2025 den einstimmigen Beschluss gefasst, die im Jahr 1931 gegründete Feuerwehr mit 31. Jänner 2026 aufzulösen. Am 5. Jänner 2026 treten die Mitglieder noch einmal zusammen, um die letzten Formalitäten zu fixieren.
Auch die Feuerwehr Rohrbach in der Gemeinde Pfaffenschlag bei Waidhofen an der Thaya wird diesen Weg gehen. Am 11. Jänner 2026 treffen sich die Mitglieder, um über die Zukunft der im Jahr 1928 gegründeten Feuerwehr zu entscheiden. Wie in Liebnitz gibt es auch in Rohrbach mittelfristig keine Aussicht auf neue Mitglieder.
In beiden Feuerwehren gibt es allerdings Zuversicht, denn die Mitglieder bleiben dem Feuerwehrwesen Großteils erhalten. Sie werden von einer der benachbarten Wehren übernommen.
In den Feuerwehren passiert nichts „einfach so“ – es passiert, weil Menschen Verantwortung übernehmen.
Menschen, die nachts aufstehen, wenn andere schlafen. Die hinfahren, wenn andere weglaufen. Die gemeinsam anpacken, weil Kameradschaft mehr bedeutet als ein Wort.
2026 ist für die Feuerwehren ein besonderes Jahr: Sie wählen jene, die führen, stärken und unterstützen – im Einsatz und weit darüber hinaus. Es ist ein Moment, der zeigt, wie viel Herz, Vertrauen und Zusammenhalt in den Feuerwehren steckt.

